Supern & Altern ( eine kleine Einführung )

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ALTERUNG Schritt für Schritt  [Bilder folgen bald]

  1. Grundwissen

Während es beim Lackieren immer darum geht, eine technisch saubere, gleichmäßige und deckende (farbechte) Oberfläche zu erhalten, so ist das Ziel der ALTERUNG eigentlich genau das Gegenteil. Die Farbe sollte nicht decken und die unterschiedlichsten Farbschattierungen des Originals wieder spiegeln.

Um die richtige Wirkung zu erzielen sollte man sich am Vorbild orientieren.

Die Alterung soll nicht willkürlich erfolgen, sondern den natürlichen Rost, den aufgewirbelten Staub sowie herabgelaufene Flüssigkeiten, usw. darstellen.

 

Das gealterte Modell soll natürlich wirken – das bedeutet man orientiert sich nach Möglichkeit an Bildern von ORIGINALEN.

 

Um ein Gefühl der typischen Verschmutzungen und Alterungen zu bekommen sollte man Vorbildfotos genau betrachten und den Flugrost, den Bremsstaub, die Spuren vom Regen uvm. genau ansehen. Den Grad der ALTERUNG ist natürlich Geschmackssache und auch vom Betriebsalter vom Fahrzeug abhängig – ein gerade aus dem Ausbesserungswerk kommendes Fahrzeug kann z.B. zwar Reparaturstellen aber wenig Verschmutzung haben.

 

ALTERUNG Schritt für Schritt

2.   Farbliches Absetzen

Ein Fahrzeug aus der Verpackung hat meist eine gleichmäßige Farbe. Der erste Schritt zur Alterung ist es die Strukturen wie Hebel und Griffe farblich absetzen (Bremshebel, Seilzughaken, Handräder, Griffstangen, Türverschlüsse uvm.) und fein nachzuarbeiten (optisch herauszustellen). Ebenso sollten ggf. erneuerte Bretter oder Bleche farblich aufgearbeitet werden.

Dazu nehme ich einen sehr feinen Rosshaarpinsel, leicht verdünnte Farbe je nach Aufgabe (Rot, Gelb, Weiß, Silber sowie Brau- und Grüntöne)

Damit werden die Arbeiten vorsichtig (ggf. unter der Lupenlampe) durchgeführt.

 

 

ALTERUNG Schritt für Schritt

3. Grundstrukturen ausarbeiten

Im nächsten Schritt zur Alterung wird nun die Struktur der einzelnen Vertiefungen mit einer dunklen, sehr verdünnten Farbmischung aus schwarz, grau, braun und anderem Farben nach Wunsch und Geschmack, herausgearbeitet.

 

Mit einem kleinen Pinsel wird die Farbmischung ganz vorsichtig in die Ecken „geträufelt“ damit die sehr wässrige Farbmischung in den Vertiefungen verlaufen kann. Die zu bearbeitende Fläche sollte nicht ganz waagerecht liegen damit die Farblösung gut verlaufen kann.

 

 

ALTERUNG Schritt für Schritt

4.  Alterung

Der nächste Schritt zur Alterung. Bis jetzt haben wir das Fahrzeug noch nicht wirklich gealtert sonder gesupert – also das Erscheinungsbild vom Fahrzeug auf den NEUZUSTAND aufgearbeitet.

Nun beginnen wir mit dem Altern – durch das Auftragen mehrerer unterschiedlicher Farbaufträge.

Dazu werden die entsprechenden Farbtöne

Rost / Flugrost   (rost) -  [schräg von unten auf das Fahrwerk]

Staub / Bremsstaub (lederrot / rost) -   [Bremsklötze und Umgebung]

Verschmutzung Wagendach  ( grau / zu den Seiten etwas dunkler)  - [schräg von oben über den das Wagendach und zu den Seiten etwas stärker]

Verschmutzung Wagenkasten  (sandfarbig / grau / grün) -   [umlaufend von schräg unten jedoch zu den Stirnseiten etwas mehr]

Tip:

Bei Wagenkastenverschmutzungen, z.B. an einem Triebwagen, sollten an den Stirnseiten die Bereiche vom Scheibenwischer frei gehalten werden – ein kleines Stück Tesafilm an der richtigen Stelle hilft ungemein :-)) .

 

 

 

ALTERUNG Schritt für Schritt

5. Alterung

In nachfolgenden Schritt der Alterung werden die frischen Spuren des täglichen Gebrauchs angebracht.

Das ist z.B. die Schmiere an den Puffern die mit einer verdünnten schwarz glänzenden Farbe nachgezeichnet wird oder die Spuren von Öl an den Radachsen.

Bei Fahrzeugen die mit wässrigen Dingen in Berührung kommen werden diese Spuren vorsichtig nachgezeichnet wie zum Beispiel bei:

Dampflokomotiven (Speiseluke Wassertank) - [hellblau-matt, hellblau-glanz, weiß-matt]

Kesselwagen (Füllstutzen und Umfeld) - [ grau / schwarz / glänzend]

 

Wer es sich zutraut kann diese Verschmutzungen auch mit Airbrush durchführen, aber es gehört dann schon viel Übung da.